Warum entsaften wir unser Obst?
Die WHO empfiehlt die tägliche Aufnahme von mindestens 400g Obst und Gemüse*.
"An Apple a day keeps the doctor away".
Diese und ähnliche Informationen sind hinlänglich bekannt. Was viele nicht wissen: Fruchtzucker hat einen rund doppelt so hohen Toxizitätswert LD 50 wie Ethanol ("Purer Alkohol") und auch mit dem Dauerkonsum sind gesundheitliche Nachteile zumindest assoziiert. Das fängt bei Übergewicht und Fettleber an und reicht weit in das Spektrum der üblichen Volkskrankheiten.
Durch das Entsaften, also auspressen (Englisch: "reverse juicing“) kann man den Großteil des Fruchtzuckers aus dem Obst entfernen da dieser in Wasser gelöst ist.
Der Saft ist zwar sehr schmackhaft, aber aus ernährungsphysiologischer Sicht ohnehin praktisch wertlos: Ausser den Zuckern und Wasser da nicht viel drin ist. Wir entsorgen diesen sogleich.
Die meiner Meinung nach "wertvolleren" (oder zumindest weniger bedenklichen) Pflanzenbestandteile wie Polyphenole, Flavonoide, Vitamine und Ballaststoffe sind ohnehin eher im Fruchtfleisch vorhanden.
OBST GENIESSEN
Das Fruchtfleisch nach dem Entsaften noch mit Wasser abspülen und dann nach Wunsch weiterverarbeiten als Eis, Marmelade, Gelee, Kompott...
ACHTUNG - Was ist mit Trockenfrüchten?
Trocknen also zB. Dörren entfernt nur das Wasser, nicht aber die Fructose. Entsprechend kann man sich vorstellen, dass getrocknetes Obst (Rosinen, Dörrpflaumen, Apfelringe…) nicht "ganz optimal" für unseren Stoffwechsel und die Gesundheit ist.
Fazit: Entsaften als gezielte Trennung von Zucker und Nährstoffen
Das Entsaften von Obst ist weniger als Zubereitungsmethode zu verstehen, sondern vielmehr als bewusster Trennprozess. Durch das Entsaften wird das Fruchtfleisch – reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Mikronährstoffen – vom flüssigen Anteil getrennt, der überwiegend Fructose und schnell verfügbare Zucker enthält.
Der entscheidende Vorteil entsteht dann, wenn der Saft nicht konsumiert, sondern verworfen oder nur sehr begrenzt verwendet wird. Auf diese Weise lässt sich die Zuckeraufnahme gezielt reduzieren, ohne auf die wertvollen Inhaltsstoffe des Obstes verzichten zu müssen. Das Fruchtfleisch kann weiterhin vielseitig genutzt werden, etwa in Form von Mus, Kompott oder anderen Zubereitungen, bei denen Ballaststoffe und bioaktive Substanzen erhalten bleiben.
Im Kontext einer lektinfreien und stoffwechselentlastenden Ernährung stellt dieses Vorgehen einen pragmatischen Ansatz dar: Es ermöglicht, den Genuss und die Nährstoffdichte pflanzlicher Lebensmittel zu bewahren, während potenziell belastende Faktoren wie isolierter Fruchtzucker minimiert werden. Entsaften wird damit zu einem Werkzeug, um Zucker zu entfernen – nicht um ihn zu trinken.

