Leaky Gut: Ursachen verstehen und die Darmbarriere stärken.

Was bedeutet „Leaky Gut“?

Der Begriff „Leaky Gut“ bezeichnet eine erhöhte intestinale Permeabilität. Gemeint ist damit keine Verletzung oder ein Loch im Darm, sondern eine funktionelle Veränderung der Darmbarriere. Die Darmschleimhaut ist eine sensible Barriere zwischen körpereigen- und körperfremd und muss naturgemäß für bestimmte Stoffe durchlässig sein, während sie andere abhält.

Ein Leaky Gut bzw eine Störung der Darmbarriere meint also, dass der Darm für bestimmte Stoffe durchlässig ist, für die er es eigentlich nicht sein sollte.

In der wissenschaftlichen Literatur spricht man unter Anderem auch von:

  • erhöhter intestinaler Permeabilität
  • gestörter Darmbarriere
  • Barrieredysfunktion

Der Begriff „Leaky Gut“ ist (noch) kein eigenständiges Krankheitsbild in medizinischen, nationalen Leitlinien, wird jedoch in der Forschung im Zusammenhang mit verschiedenen chronischen Beschwerden diskutiert und beforscht.

Wie funktioniert die Darmbarriere?

Die Darmschleimhaut besteht aus einer dünnen Zellschicht.

Die Funktion dieser Darmzellen ist dabei:

  • Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darmlumen und Übergabe an die Blutbahn
  • Schutz vor unerwünschten Substanzen und Krankheitserregern
  • Regulation von Immunreaktionen

Diese Zellen sind durch sogenannte Tight Junctions miteinander verbunden.

Leaky Gut Ursache als schematische Darstellung

Was machen Tight Junctions?

Barrierefunktion („Türsteher-Prinzip“)

Sie regulieren, was zwischen den Zellen hindurchtreten darf (parazellulärer Weg).

  • Erlaubt: kleine Moleküle, Wasser, Elektrolyte
  • Blockiert: größere, potenziell unerwünschte Substanzen (z. B. Bakterienbestandteile)

So verhindern sie, dass Stoffe unkontrolliert aus dem Darminhalt ins Gewebe und zum Immunsystem gelangen.

Selektive Durchlässigkeit

Tight Junctions sind keine starre Mauer, sondern dynamische Strukturen.

Sie können sich – abhängig von Signalen, Entzündungsmediatoren oder Hormonen – lockern oder wieder schließen. Dadurch wird die Durchlässigkeit fein reguliert.

Leaky Gut und Darmperforation – wichtige Abgrenzung

In der medizinischen Praxis wird der Begriff „Leaky Gut“ teilweise kritisch betrachtet, da er mit einer Darmperforation verwechselt werden kann.

Eine Darmperforation ist ein akuter medizinischer Notfall mit einem tatsächlichen Loch in der Darmwand.

Eine erhöhte intestinale Permeabilität hingegen beschreibt eine funktionelle Veränderung der Zellverbindungen – kein Loch, keine akute Verletzung.

Diese Unterscheidung ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden.

Die häufigsten Leaky Gut Ursachen im Überblick

Die Forschung, vor Allem die Arbeit von Dr. Fasano diskutiert mehrere Einflussfaktoren:

Ernährung

Pflanzliche Abwehrstoffe wie Lektine können die Ausschüttung von Zonulin fördern, was die Tight Junctions beeinflusst. Andere Ernährunsgfaktoren wie z.B. Zucker wirken sich indirekt über eine Veränderung des Mikrobioms aus.

Alkoholkonsum

Regelmäßiger Alkoholgenuss wirkt wie ein Lösungsmittel für die Lipidschicht der Darmzellen und erhöht so die Durchlässigkeit für Giftstoffe.

Medikamente (z. B. Antibiotika oder NSAR)

Die häufige Einnahme von Schmerzmitteln oder Antibiotika kann die schützende Schleimschicht des Darms angreifen und die Regeneration der Zellen stören. Antibiotika beeinflussen außerdem die Zusammensetzung des Mikrobioms.

Stress

Permanente psychische Belastung drosselt die Durchblutung der Darmschleimhaut und macht die Barriere anfälliger für Entzündungsprozesse.

Veränderungen im Mikrobiom

Wenn schädliche Bakterien die Oberhand gewinnen, produzieren sie Stoffwechselprodukte, welche die Integrität der Darmbarriere direkt schädigen können.

Schlafmangel

Ein gestörter Biorhythmus schwächt die Regenerationsfähigkeit der Darmschleimhaut, da wichtige Reparaturprozesse der Tight Junctions vor allem während der Tiefschlafphasen stattfinden.

In der Regel handelt es sich oft nicht nur um einen einzelnen Auslöser, sondern um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Können Lektine die Darmbarriere beeinflussen?

Lektine sind pflanzliche Proteine, die in verschiedenen Lebensmitteln vorkommen, unter anderem in:

  • Hülsenfrüchten & Saaten
  • Getreide und Pseudogetreide
  • Nachtschattengewächsen

In experimentellen Modellen wird diskutiert, dass bestimmte Lektine mit der Darmschleimhaut interagieren können und die Durchlässigkeit der Tight Junctions steuern könnte.

Hinweis: Ob und in welchem Ausmaß dies im menschlichen Organismus eine relevante Rolle spielt, ist individuell unterschiedlich und wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Einige Menschen berichten subjektiv von besserer Verträglichkeit bei einer lektinfreien Ernährung. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Bitte beachte auch unseren Haftungsausschluss am Ende dieser Seite.

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Was sind Lektine?

Häufige Symptome im Zusammenhang mit Leaky Gut

Die beschriebenen Beschwerden sind oft unspezifisch und betreffen nicht nur den Verdauungstrakt. Im Zusammenhang mit erhöhter Darmdurchlässigkeit werden unter anderem die folgenden Beschwerden diskutiert:

Verdauungsbezogene Beschwerden

  • Blähungen
  • wechselnde Stuhlgewohnheiten
  • subjektive Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Reizdarm-artige Beschwerden
  • Entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut

Hautbezogene Beschwerden

  • Hautirritationen
  • entzündliche Hautreaktionen
  • Schuppige Haut

Allgemeine Symptome

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gelenkbeschwerden
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Energielosigkeit

Diese Symptome können viele unterschiedliche Ursachen haben. Eine medizinische Abklärung ist bei anhaltenden Beschwerden immer sinnvoll.

Was man gegen Leaky Gut machen kann aber warum es oft wichtiger ist, was man nicht macht?

Im Kontext der Darmgesundheit wird oft nach bestimmten Präparaten oder Nahrungsergänzungen gesucht.

Zu den beliebten Präparaten gegen Leaky Gut zählen:

L-Glutamin

Diese Aminosäure ist ein zentraler Energielieferant für die Zellen der Darmschleimhaut. Im Rahmen einer gezielten Nährstoffzufuhr kann L-Glutamin dazu beitragen, die natürliche Regenerationsfähigkeit der Darmwand zu unterstützen und die Integrität der Barrierefunktion zu bewahren.

Omega 3-Öle

Omega-3-Fettsäuren wie z.B. EPA sind wichtige Bausteine entzündungshemmender Prostaglandine und unterstützen so ein ausgewogenes Milieu innerhalb der Darmbarriere.

Lösliche Ballaststoffe (Präbiotika)

Lösliche Ballaststoffe dienen möglicherweise als selektive Nahrungsgrundlage für nützliche Mikroorganismen im Dickdarm. Durch die Förderung einer günstigen Bakterienbesiedlung unterstützen sie indirekt die Stabilität der Darmbarriere, ohne diese mechanisch zu beanspruchen unter Anderem dadurch, dass diese "guten" Darmbakterien Stoffe produzieren, die gut für die Darmbarriere sind wie z.B. Postbiotika.

Darmbakterien (Probiotika)

Die gezielte Ergänzung mit probiotischen Kulturen kann dabei helfen, das mikrobielle Gleichgewicht im Darm zu pflegen. Eine ausgewogene Flora ist wird als Faktor diskutiert, um die natürliche Schutzfunktion der Schleimhaut gegenüber äußeren Einflüssen aufrechtzuerhalten. Viele Hersteller stürzen sich auf diesen Hebel.

Postbiotika (Kurzkettige Fettsäuren / SCFAs wie Butyrat)

Postbiotika sind Stoffwechselprodukte, die bei der Fermentation durch Bakterien entstehen. Besonders Milchsäure und Butyrat gelten als wichtige Einflussgrößen bzw. Energiequellen für die Darmepithelzellen und trägt dazu bei, die normale Funktion und Versorgung der Darmwand sicherzustellen.

Bevor man allerdings beginnt "mit der Brechstange" einzugreifen, kann es in der Praxis zunächst sinnvoll sein, mögliche Belastungsfaktoren zu hinterfragen:

  • Ernährungsgewohnheiten
  • Umweltgifte
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • chronischer Stress
  • Schlafdefizit

Die Reduktion potenziell belastender Faktoren kann für manche Menschen ein erster strukturierter Schritt sein...

Aber: Stell dir vor, du isst jeden Tag etwas, das dazu führen kann, dass die Tight Junctions zwischen den Darmzellen durchlässig macht?

Lektine in Lebensmitteln könnten hier eine große Rolle spielen.

Erfahre, warum wir uns lektinfrei ernähren

Lektinfreie Ernährung als individueller Ansatz

Eine lektinfreie Ernährung wird von manchen Menschen (so wie uns :)) genutzt, um die negativen Einflü+sse auf die Darmbarriere zu reduzieren.

Dabei geht es nicht um Heilversprechen, sondern um eine bewusste Lebensmittelauswahl. Ob und für wen dieser Ansatz sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab.

Bei der lektinfreien Ernährung geht es also erst einmal nicht darum etwas zu dem System hinzuzufügen, das die Prozesse aktiv reguliert.

Die lektinfreie Ernährung basiert auf der Hypothese, dass man potentielle Belastungen reduziert um dem Körper die Möglichkeit zu geben selbst wieder zu regulieren. Dieser Prozess könnte so aussehen:

Hypothese Vermeidung von Lektinen und die Folge für die Darmbarriere

FAZIT

„Leaky Gut“ ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Begriff für eine mögliche erhöhte Darmdurchlässigkeit.

Die Darmbarriere ist ein komplexes System, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Ernährung – einschließlich bestimmter Pflanzenproteine wie Lektinen – wird in der Forschung diskutiert, jedoch individuell unterschiedlich bewertet.

Hinweis: Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollte stets eine medizinische Abklärung erfolgen.

Welche Lebensmittel enthalten Lektine?

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Was esse ich bei einer lektinfreien Ernährung?

Vereinfacht gesagt: Das was du am Liebsten isst. Aber verwende bitte andere Zutaten dafür, die keien Lektine enthalten.

Darüber hinaus gibt es noch Nuancen wie die Zusammensetzung der Makros, gezielte Vermeidung von Nahrungsmitteln gegen die im Laufe der Zeit Unverträglichkeiten (IgG, IgE, LTT...) entstanden sind und so weiter.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Quellen

Fasano, A. (2011). Zonulin and its regulation of intestinal barrier function. Physiological Reviews.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21248165/

de Punder, K. & Pruimboom, L. (2013). The dietary intake of wheat and its effects on inflammation. Nutrients.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26567529/

Sturgeon, C. & Fasano, A. (2016). Zonulin, a regulator of epithelial and endothelial barrier functions, and its involvement in chronic inflammatory diseases. Tissue Barriers
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30340384
/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35225715/
https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/circ.129.suppl_1.p354

https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/circ.137.suppl_1.p238
https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0011-5029(09)00034-0

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38482022/

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